Robuster und vielseitiger Allround Wanderschuh.
VORTEILE
- Wasserdicht
- Bequemer Kompromiss zwischen fest und weich
- Gute Metallschnürösen
- Robuste Zehenkappe aus Gummi
NACHTEILE
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich den Asolo Finder Pro GV zum Testen zur Verfügung gestellt. Das Testmodell hat die Farbe Graphite/Gunmetal und kam wunschgemäß in der Größe 43 2/3 bzw. US 10. Die Größentabelle passte hier hervorragend. Bei Schuhen liege ich in der Regel zwischen 43,5 und 44.

Beworben wird der Schuh als tendenziell weicherer Trekkingschuh für „Wanderungen auf anspruchsvollen Wegen“. Durch seine GoreTex Membran soll er wasserdicht und atmungsaktiv sein.
Getestet habe ich ihn unter verschiedenen Bedingungen, so wie ein Wanderschuh, von denen man in der Regel nicht für jede Anforderung eigene hat eben verwendet wird. Durch seine mittlere Klassifizierung sollte er dem Profil eines Freizeit- und Allround-Wanderschuhs sehr gut entsprechen und somit den meisten Wanderern gut taugen. Unter diesen Gesichtspunkten habe ich den Schuh auf kurzen Wanderungen im heimischen Wald testen können, ebenso wie auf wurzeligen, steinigen und gerölligen schmalen Trampelpfaden in Schweden.

Asolo sagte mir tatsächlich vor dem Test noch nichts und ich hatte somit die ersten Berührungspunkte mit der Marke. Das ist schonmal ganz gut, denn so hat man der Marke noch keinen Stempel aufgedrückt und schaut nochmals skeptischer und genauer aufs Produkt. Der Hersteller kommt aus Italien und das Unternehmen ist weiterhin familiengeführt. Die Schuhe werden in Europa hergestellt, der Finder GV im Speziellen in Rumänien. Bei der Verarbeitung wird ein Fokus neben guter Passformen besonders auch auf nachhaltige Materialwahl gelegt. So ist das Leder aus zertifizierten Gerbereien der Leather Working Group (LWG) und dem Schuh wurden keine PFAS absichtlich zugesetzt.

Bei der ersten Anprobe passten die Schuhe bereits sehr gut und ich fühlte mich schnell darin wohl. Durch die weit zu öffnende Zunge kann man sehr gut in den Schuh ein- und wieder heraussteigen. Die stabilen Metallaschen und dicken Schnürriemen erlauben eine präzise Schnürung. Zuerst war ich etwas verwundert über eine Nylonlasche in der Schnürung, die sich im Gelenkbereich befindet, worüber sich die offenen Laschen oberhalb des Knöchels befinden.

Diese erscheint auf den ersten Blick wie eine Sollbruchstelle, doch durch diese wird der untere Schnürbereich etwas vorgespannt und durch die Reibung zieht sich der Schnürriemen nicht so leicht zurück.

Das Obermaterial des Schuhs ist ein guter Mix aus Velourleder und Cordura, sowie in besonders beanspruchten Bereichen Gummi. Die Zehenbox, sowie der Bereich von der Ferse bis hoch Richtung Achillessehne sind außen mit einem robusten Gummi versehen. Dies schützt den Schuh besonders gut durch Anstoßen an spitzem Fels oder hier in Schweden bei Dornen.


Darüber bzw. darum schließt ein dickes, stabiles Veloursleder an. Im Bereich der Schnürung ist der Schuh aus robustem, grobem Cordura gefertigt. Der Schaftbereich schließt mit einem weicheren Synthetikstoff ab, der sich wie grobes Neopren anfühlt.

Rundum folgt der Schuh damit seinem Anspruch, robust und zugleich bequem und bedingt flexibel zu sein. Der Materialmix ermöglicht ebendiese Flexibilität, ohne in den entsprechend beanspruchteren Bereichen zu verschleißanfällig zu sein.
Die Besohlung ist recht grob und dadurch gut selbstreinigend, aber gut griffig, durch eine ausgewogene Härte.

Auch auf glatterem Stein gibt der Schuh gut halt. Durch seine tendenziell bequeme Ausrichtung ist er nicht bretthart, aber eben so stabil, dass man auch mal nur die Zehen anstellen kann. Für die Techniker: es kommt eine Asolo/Vibram Radiant Sohle mit Vibram MegaGrip Compount zum Einsatz, dem guten „Standart“ in dieser Schuhkategorie. Der Schuh ist vom Hersteller als wiederbesohlbar angegeben. An Grip fehlte es im Test nie und die Sohle performte sehr gut.
Im Inneren sorgt ein „GoreTex Extended Comfort Footwear“ Futter für trockene Füße. Dieses umschließt den Fuß und geht bis etwas oberhalb des Knöchels.

Der Schaft schließt mit einem Synthetikfutter ab.

Die Innensohle ist selbstverständlich herausnehmbar, da das GoreTex Futter sich auch darunter befindet.

Während meines Testzeitraums konnte der Schuh seine Wasserdichtigkeit gut unter Beweis stellen. Auch nasse Wiesen machten ihm nichts aus und der Fuß blieb angenehm trocken. Bei starker Hitze konnte ich den Schuh leider nicht testen. Doch obwohl ich in GoreTex Schuhen tendenziell schnell schwitze, hatte ich das Gefühl bei diesem Schuh nicht. Ich trage Wanderschuhe immer in Verbindung mit Merino Wandersocken.
Praktisch: hinten haben die Schuhe Schlaufen, die einerseits beim Anziehen helfen können, wobei ich das nicht brauchte, da sich die Zunge weit öffnen lässt. Aber auch aufhängen zum Trocknen oder ggfs. Transport ist daran möglich.


Fazit:
Rundum war und bin ich mit dem Schuh sehr zufrieden. Wanderungen damit im Eintagesbereich ohne großes Gepäck machen mit dem Finder Pro GV richtig Freude. Guter Grip; stabiler Tritt, auch bei unebenem Gelände und Wasserdichtigkeit machen den Schuh zu einem sehr runden und durchdachten Produkt. Auch optisch kann er sich sehen lassen. Daher von mir volle fünf Punkte!